Geschichte des Starnberger Sees

Der Starnberger See liegt südwestlich von München im Freistaat Bayern und ist auf Grund seiner sehr großen Durchschnittstiefe der wasserreichste See Deutschlands (ohne den Drei-Länder-See Bodensee). Bis 1962 wurde der See noch Würmsee genannt - nach seinem einzigen Abfluss, der Würm.

Der See und die ihn umgebende Moränenlandschaft wurden vor ca. 70.000 bis 10.000 Jahren während der Würmeiszeit durch den Isar-Loisach-Gletscher geformt. Der See entstand dabei aus dem Zungenbecken des weitausladenden Gletschers. Das ablaufende Schmelzwasser des Gletschers formte das Würmtal.

Geschichtsträchtig ist vieles am See, so auch das Ostufer entlang dem Schlossparks von Berg. Hier hat der sagenumwogene König Ludwig II. (1845 - 1886) seine Jugend und seine letzten Tage verbracht. Ein schlichtes Holzkreuz erinnert an die Stelle, an der er am 13.07.1886 seinen tragischen Tod fand.

Der See gehörte auch zum Paradies der Prinzessin Sissi (1837-1898). Am Westufer im Schloss Possenhofen wuchs die Wittelsbacher-Prinzessin unbeschwert auf. Die etwas südlich gelegene einzige Insel des Sees - die Roseninsel - zog sie magisch an. Damals traf sie sich auf dem idyllischen Kleinod ungestört mit ihrem Seelenfreund Ludwig II.

Doch bereits 4.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung wählten Menschen der Jungsteinzeit das nördliche Ufer von Kempfenhausen für ihre Pfahlbauten. nach Kelten und Römern gründeten Bajuwaren im 7. Jhd. n. Chr. Kempfenhausen und gaben dem Ort den Namen.

Die tiefste Stelle des Sees liegt bei der Seeburg in Allmannshausen. An der steilen Halde fällt der Seegrund nur wenige Meter vom Ufer entfernt über fast 100 m senkrecht ab. Im Norden und Süden ist der See hingegen eher flach und hat über eine große Fläche nur eine Wassertiefe von 2 - 6 Metern.

Auf Grund seiner Größe kühlt der See nur langsam ab und erwärmt sich ebenso langsam. Der See verfügt, was angesichts seiner Lage erstaunlich ist, über keinen alpinen Zufluss und speist sich lediglich aus mehreren eher kleineren oberflächlichen Fließgewässern und wenigen unterirdischen Quellen. Wegen der geringen Zahl an Zuflüsse dauert es rund 20 Jahre bis der See sein Wasser einmal komplett ausgetauscht hat. Auch zeigt der See dadurch nur geringfügige Seespiegelschwankungen von maximal 1,3 Metern. Wegen seines enormen Wärmespeichervermögens friert der See als letzter Voralpensee nur ca. alle 10 Jahre zu.

Bereits seit den 70er Jahren besitzt der Starnberger See als erster See Bayerns eine geschlossene Ringkanalisation, so dass seither keine Abwässer mehr hineingeleitet werden. Unter anderem dadurch bietet der See eine verhältnismäßig gute Sicht von bis zu 15 m.

 

Ludwig II von Bayern

Ludwig Friedrich Wilhelm von Wittelsbach (* 25. August 1845 in München; † 13. Juni 1886 im Starnberger See bei Schloss Berg) war als Ludwig II. von Bayern vom 10. März 1864 an bis zu seiner Entmündigung vier Tage vor seinem Tod König von Bayern.

Während seiner Regierungszeit zeigte er kaum politische Initiative. Seine Schwerpunkte lagen eher auf kulturellem Gebiet, so hatte er durch seine Förderung von Richard Wagner und die Errichtung des Festspielhauses in Bayreuth einen deutlichen Einfluss auf die Musikgeschichte. Privat ließ er die Schlösser Herrenchiemsee, Neuschwanstein und Linderhof errichten, die heute weltweit bekannt und wichtige Faktoren des Tourismus sind.